Patrick Eibel ist stärkster Mann Deutschlands 2026

Kraftsportfreunde Bayern richten das Finale der German Pro League beim 19. Truckertreffen aus — drei deutsche Rekorde in Frontenhausen

Frontenhausen. Nicht nur unter den Motorhauben steckte an diesem Wochenende Kraft: Beim 19. Truckertreffen des Trucker-Clubs Vilstal haben die Kraftsportfreunde Bayern e.V. am Samstag auf dem Volksfestplatz das Finale der German Pro League ausgetragen — die vierte und letzte Etappe im Rennen um den Titel „Stärkster Mann Deutschlands 2026″. Neun Athleten der höchsten deutschen Strongman-Liga traten in sechs Disziplinen gegeneinander an, gleich drei deutsche Rekorde fielen. Sieger wurde Patrick Eibel — und weil im Finale doppelte Punkte vergeben werden, sicherte er sich damit zugleich den Gesamtsieg der Saison.
Das Programm hatte es in sich: Viking Press mit 141,5 Kilogramm auf maximale Wiederholungen, Auto-Kreuzheben auf Maximalgewicht, ein 15-Tonnen-Lkw über 20 Meter, Dumbbell-Drücken mit einer 90-Kilo-Hantel, das Yoke Race mit 400 Kilogramm auf den Schultern und zum Abschluss „Hand over Hand“: 8,2 Tonnen, die aus dem Sitzen Hand über Hand über 20 Meter herangezogen werden mussten. Wer die volle Distanz nicht schaffte, wurde nach den zurückgelegten Metern gewertet.
Für die Höhepunkte sorgten drei deutsche Bestmarken. Albin Hasanovic drückte die 141,5 Kilogramm schwere Viking Press 16-mal — und brauchte dafür nur gut 30 der erlaubten 60 Sekunden. Patrick Eibel wuchtete beim Auto-Kreuzheben 500 Kilogramm vom Boden. Und Volker Bauer brachte die 90-Kilo-Hantel viermal über den Kopf: ebenfalls deutscher Rekord.
Gewertet wird im Strongman nach Platzierungen: Der Sieger einer Disziplin bekommt einen Punkt, der Zweite zwei — wenige Punkte sind also gut. Eibel, angereist aus dem nordrhein-westfälischen Siegen, kam auf zehn und war an diesem Tag kaum zu greifen. Neben dem Rekord im Kreuzheben gewann er das Lkw-Ziehen in 33,37 Sekunden und das abschließende Hand over Hand in 31,41 Sekunden, dazu kamen zwei zweite Plätze. Der Thüringer Philipp Zorn folgte mit 25 Punkten auf Rang zwei; das Yoke Race entschied er in 16,64 Sekunden für sich. Dritter wurde Volker Bauer aus Fulda (29), der neben seinem Rekord am Dumbbell im Auto-Kreuzheben mit 480 Kilogramm Zweiter wurde. Das Podest ging damit komplett an Athleten von außerhalb Bayerns.
Dahinter ging es denkbar eng zu: Albin Hasanovic, Benjamin Blass und Amon Grunert kamen punktgleich auf 30 Zähler. Bei Gleichstand entscheidet, wer die meisten ersten Plätze vorweisen kann, danach zählen die zweiten und dritten Ränge. Hasanovic wurde deshalb dank seines Rekordsiegs an der Viking Press Vierter, Blass schob sich mit zwei zweiten Plätzen auf Rang fünf vor Grunert. Nach demselben Muster ging Platz sieben an Timo Bautz, der zwei dritte Plätze auf dem Konto hatte, vor dem punktgleichen Constantin Hochfeld (je 35). Neunter wurde Marko Bittel (40).
Über die korrekte Ausführung wachte ein Mann, der den Sport in Deutschland geprägt hat wie kein zweiter: Heinz Ollesch aus Großkarolinenfeld war als Kampfrichter im Einsatz. Der 59-Jährige holte zwischen 1994 und 2006 zwölfmal den Titel „Stärkster Mann Deutschlands“ — ein bis heute unerreichter Rekord — und stand mehrfach im Finale des „World’s Strongest Man“, mit Rang vier als bestem Ergebnis.
Mit dem Tagessieg war auch die Saison entschieden. In die Gesamtwertung der German Pro League gehen die vier Etappen des Jahres ein — FIBO, Föritztal, Nürnberg und Frontenhausen —, das schlechteste Ergebnis wird gestrichen, im Finale zählt die doppelte Punktzahl. Vor dem letzten Wettkampf lagen die ersten drei nur drei Punkte auseinander. Am Ende setzte sich Eibel mit 80 Punkten vor Zorn (76) und Bauer (73) durch. Vierter wurde Amon Grunert (63) vor Timo Bautz (62), Constantin Hochfeld und Benjamin Blass (je 61), Marko Bittel (51) und Albin Hasanovic (48), der nur zwei Etappen bestritten hatte.
Ausgerichtet wurde der Wettkampf von den Kraftsportfreunden Bayern e.V. um Vorstand Herbert Gstatter, die seit Jahren zu den aktivsten Strongman-Veranstaltern Deutschlands zählen. Hauptsponsor war die Firma Mossandl, den Rahmen stellte der Trucker-Club Vilstal mit seinem Treffen.
Bei strahlendem Sonnenschein und extremer Hitze blieb auf den Zuschauerrängen kein Platz frei. Für die Athleten war das Wetter eine zusätzliche Prüfung — dass an einem solchen Tag gleich drei deutsche Rekorde fielen, macht die Leistungen von Frontenhausen umso bemerkenswerter.